Holocaustgedenktag: Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“ zu Gast in der BBG

Zum Holocaustgedenktag, der an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee erinnert, hatte die Bertolt-Brecht-Gesamtschule besondere Gäste. Der Leiter des Projekts „Heroes Duisburg- gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“  Burak Yilmaz war mit zwei Teilnehmern gekommen. Sie berichteten in der Aula den zehnten Klassen und der Oberstufe von ihren Erfahrungen in der Gedenkstätte Auschwitz. Die Veranstaltung „Junge Muslime in Auschwitz“ wurde von der SPD, von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und von der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus gesponsert und begleitet.

Holocaustgedenktag 2018

Ein Film informierte unsere Schüler und Schülerinnen zunächst über die Fahrt nach Polen und die Verarbeitung dieser Erfahrung in ihrem selbst geschriebenen Theaterstück. Man sah den jungen Männern, die in Auschwitz vor Bergen von Schuhen oder vor Bildern der zum Skelett abgemagerten Opfer standen, ihre Betroffenheit an, die sie nur schwer in Worte zu fassen wussten: „Krass, die SS-Leute haben den Menschen Nummern eintätowiert. Sie haben sie zu Gegenständen gemacht.“ Unter den jungen Muslimen waren Jesiden und Kurden, deren Familien selbst unter Verfolgung gelitten haben. Die jungen Muslime entdeckten so Parallelen zwischen ihrem Schicksal und dem der Juden. Hatten sie vor dem Besuch in Auschwitz Vorurteile gegen Juden, so identifizierten sie sich jetzt mit deren Verfolgung.

Ein Teilnehmer des Projekts gestand vor der Reise nach Auschwitz selbst antisemitische Schimpfwörter benutzt zu haben. Freimütig erzählten die zwei Studenten, die 2017 in Polen waren, dass in ihren Familien viele Vorurteile gegenüber Juden bestünden. „Meine Mutter meinte, ich solle nicht den Juden im Theaterstück spielen.“ Burak Yilmaz der Leiter des Projekts betonte, die Auseinandersetzung mit der Migrationsgeschichte der Eltern sei ein wichtiger Baustein für die Überwindung von Vorurteilen, die sich über Generationen entwickelt haben.

Abschließend beantworteten die engagierten Gäste Fragen aus dem Plenum. Eine Schülerin wollte wissen, warum nur Jungen beim Projekt dabei wären, ein Schüler fragte, ob nur Abiturienten und Studenten an diesem wichtigen Projekt teilnehmen könnten. Der Projektleiter konnte die Einwände zum Teil entkräften, da es inzwischen auch Projekte mit Mädchen gibt und Jugendliche aus allen Schichten eingeladen sind. Die engagierten jungen Leute rieten den Schülern nach Auschwitz zu fahren, aber sie betonten, dies dürfe immer nur freiwillig geschehen.